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Ausstellung „Archäologie im Rheinland 2010"

Von Legionskommandanten und einem Töpfereibesitzer im römischen Bonn

LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland und LVR-LandesMuseum Bonn präsentieren Neufunde aus dem römischen Bonn

Bonn. 31. Januar 2011. 2010 lieferten zwei Ausgrabungen an der Römerstraße und Willy-Brandt-Allee in Bonn außergewöhnliche Funde und Befunde aus römischer Zeit. Sie stammen aus dem Praetorium, dem Wohnhaus des Legionskommandanten, und einem Töpfereibezirk in der Zivilsiedlung.

Strahlend bunte Wandmalereien, großflächige Fußbodenheizungen, fein gearbeitete Bauornamentik, ein separates Bad, figürliche Bronzen und luxuriöse Importgüter geben – wenn auch zerstört und fragmentiert – Einblicke in die Lebenswelt römischer Legionskommandanten der legio I Minervia. Die Funde und Befunde der Ausgrabung im Praetorium des Legionslagers Bonn illustrieren militärischen Alltag auf höchstem Niveau. Besonders bemerkenswert ist ein kleiner Arztstempel aus Schiefer auf dessen Schmalseiten der Name des Arztes und verschiedene Rezepturen, beispielsweise gegen Augenleiden und Verbrennungen, stehen.

Sensationell sind mehrere Bronzefragmente, denen man im ersten Moment gar nicht ansieht, dass sie zu überlebensgroßen Statuen gehören. Von einem Götter- oder Kaiserstandbild stammen das Fragment eines Daumens und Zehs. Reste eines Bruchstücks mit Haarsträhnen könnten von einem Tierbildnis oder einer Götterdarstellung mit wilder Haarmähne zeugen. Die einem Schadfeuer ausgesetzten Bronzefragmente werden am LVR-LandesMuseum Bonn im Rahmen des Projektes „Römische Großbronzen am UNESCO-Welterbe Limes" untersucht.

Ein ganz anderes Bild vom Leben im römischen Bonn zeichnen die Hinterlassenschaften von Töpfereibetrieben in der Zivilsiedlung. Hier wurde im 2. Jahrhundert in mindestens sechs Öfen Keramik gebrannt – vor allem Krüge, Koch- und Vorratsgefäße, aber auch Tischgeschirr sowie Sonderformen wie Kerzenleuchter. Von einem der Töpfer ist sogar der Name bekannt: Donnius Maximus. Der von ihm aufgestellte Weihestein für Merkur wurde nach der Aufgabe der Töpferei in einer Arbeitsgrube entsorgt.

Die Ausstellung „Archäologie im Rheinland 2010" ist bis zum 31.03.2011 im ersten Stock des LVR-LandesMuseums Bonn zu sehen, der Weihestein des Donnius Maximus sowie zwei weitere Weihesteine - der Fund des Monats Februar - bis zum 28.02.2011 im Erdgeschoss.

Wandmalerei aus dem Wohnhaus des Legionskommandanten (Foto: M. Gran, LVR-ABR).


 

 
 

Fund des Monats

Bemaltes Gänseei Fund des Monats April

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