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Bei den Ausgrabungen des Bonner Legionslagers von 1958 bis 1960 wurden verschiedene Objekte zur Herstellung von Bronzegegenständen entdeckt. Sie stammen aus einem Bereich des Lagers mit Öfen zur Glas- und Metallverarbeitung.
Die runde Steinform nutzte man zur Fertigung von Ringen. Sie weist einen Gusskanal auf; das mittige Loch diente der Befestigung der anderen Hälfte der Form. Der in unmittelbarer Nähe gefundene Bronzering könnte aus dieser Form gewonnen worden sein.
Bei den Tonfragmenten handelt es sich um Models als Vorlage zur Herstellung von Gussformen. Während das kleinere Fragment das Endstück eines länglichen Griffes oder einer Riemenzunge wiedergibt, erweisen sich die nur flach modellierten Fragmente als Model für die Unterseite von Gürtelschnallen, wie ein Fund aus Jülich-Kirchheim aus dem 3. bis 4. Jahrhundert nach Christus zeigt.
Fast vollständig erhalten ist der Gusstiegel, an dessen Unterseite Verformungen und Verglasungen auf Schmelztemperaturen im Ofen von über 1000° C hinweisen.
Generell waren unter den Soldaten in den Legionslagern viele Handwerker der verschiedensten Berufe wie Töpfer, Stellmacher für Wagen, Beinschnitzer oder eben auch Metallgießer.