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Die neuesten Publikationen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland:
Materialien zur Bodendenkmalpflege im Rheinland 22
Archäologische Textilfunde faszinieren immer wieder. Oft nur unter besonderen Bedingungen und in kleinteiligen Fragmenten erhalten, lässt sich durch fachgerechte Bergung, Konservierung und Analyse eine Vielzahl an verborgenen Informationen ans Licht bringen. Die Materialien, darunter auch kostbare wie Seide, Kaschmir und Gold, die Verarbeitung und Verwendung der Textilien liefern wichtige Hinweise zu wirtschaftlichen und sozialen Aspekten. Textilien erweitern so die Aussagekraft eines archäologischen Fundkomplexes.
Jüngst geborgene Textilreste aus den römerzeitlichen Bestattungen von Weilerswist und Rommerskirchen waren der Anlass, aktuelle Untersuchungen, Entwicklungen und Methoden der Textilforschung vorzustellen. Hierbei geben Beiträge zur Bergung, Sicherung und Konservierung eine Anleitung zum sachgerechten Umgang mit dieser fragilen Fundgruppe. Zahlreiche Beispiele von der römischen Kaiserzeit bis zur frühen Neuzeit illustrieren die Bandbreite archäologischer Textilfunde im Rheinland und vermitteln einen Überblick zum Stand der Restaurierungswissenschaft. Komplettiert wird der Band durch einen Ausblick auf aktuelle Projekte in der Textilforschung.
148 Seiten, 143 Abbildungen
ISBN 978-3-9811909-3-9, Print Concept 2011
€ 21,00
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mit einem Beitrag von Ursula Tegtmeier.
Rheinische Ausgrabungen 64

Im Vorfeld des Tagebaus Frimmersdorf-Garzweiler konnte bei Königshoven eine Gruppe von 15 Siedlungen aus der Zeit der bandkeramischen Kultur (5300–4900 v. Chr.) erfasst werden. In seiner mit dem Archäologie-Preis der „Stiftung zur Förderung der Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier" ausgezeichneten Dissertation gelang Erich Claßen die vollständige Analyse dieser Kleinregion.
Chronologische Untersuchungen zur Siedlungsentwicklung und die Analyse der Siedlungsstrukturen ermöglichen u. a. Modellrechnungen zur bandkeramischen Landnutzung. Weitere wirtschaftliche und soziale Aspekte werden in der Arbeit mit Verfahren der sozialen Netzwerkanalyse ausgewertet und visualisiert. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass das bandkeramische Kommunikationssystem im Laufe der Zeit eine enorm dynamische Komponente aufweist, die bisherige, statische Unterscheidungen in größere, einflussreichere und kleinere, eher passive Siedlungen nicht offenlegen konnten.
Die Arbeit zeigt darüber hinaus Möglichkeiten auf, Kleinlandschaften wissenschaftlich zu erschließen und die soziale und ökonomische Gliederung der Siedlungssysteme zu erfassen, auch wenn keine flächendeckenden Ausgrabungen durchgeführt wurden.
399 Seiten; 194 Abb.; gebunden; 34 nummerierte Tafeln, 3 Beilagen, 1 CD-ROM; ISBN 978-3-8053-4349-7; in Kommission bei Verlag Philipp von Zabern 2011; € 69,90
Staunen Sie mit den Paläontologen über einen Koffer voll Fossilien oder mit den Archäologen über einen spektakulären Fundplatz durch die Zeiten. Lernen Sie „Lilith", eine jungsteinzeitliche Frau, oder den Töpfereibesitzer Donnius Maximus kennen. Lassen Sie sich vom luxuriösen Alltagsleben römischer Legionskommandanten oder den technischen Errungenschaften mittelalterlicher Mönche überraschen. Vergangenheit wird lebendig in der Archäologie im Rheinland 2010.
Aus dem Inhalt:
Kostbarkeiten in Fossilien
Schillernde Kristalle aus dem Oberbergischen Land
Feuer für die Toten
Jungsteinzeitliche Gräber in Düren-Arnoldsweiler
In die Zange genommen
Ein eisenzeitlicher Schmied in Rees-Haldern
Großbronzen in Kleinteilen
Exquisites aus dem Bonner Legionslager
Wasser für Karl den Großen
Der karolingische Paukanal in Aachen
Quer durch die Festung
U-Bahn-Archäologie in Düsseldorf
Verschüttet und vergessen
Zeugnisse jüdischen Lebens in Essen
243 Seiten
ISBN 978-3-8062-2544-0, Konrad Theiss Verlag 2011
€ 25,90
Rheinische Ausgrabungen 66
Auf dem Lousberg in Aachen wurde am Ende der Jungsteinzeit der dort anstehende Feuerstein in großem Stil im Tagebau abgebaut und gleich vor Ort zu Steinbeilen verarbeitet. Vorgestellt werden die wissenschaftlichen Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen, die dort von 1978 bis 1980 im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts „Siedlungsarchäologie der Aldenhovener Platte" der Kölner Universität bei Finanzierung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Deutsche Bergbaumuseum Bochum unter der Leitung von Jürgen Weiner durchgeführt wurden.
Der Lousberg ist nicht nur das einzige bislang bekannte Feuersteinbergwerk in der Nordhälfte Deutschlands, es handelt sich hier gewissermaßen um das älteste Industriedenkmal Nordrhein-Westfalens, auch wenn der Flintabbau sicherlich nicht den Umfang heutiger industrieller Unternehmungen hatte.
Bei der Ausgrabung gelang es, die bereits seit langem am Lousberg vermutete Feuersteingewinnung anhand von Abbauspuren zweifelsfrei zu belegen. Darüber hinaus wurde ein Werkplatz in situ freigelegt, der weitreichende Rückschlüsse auf die Herstellung der Steinbeile erlaubt. Schließlich bieten die dort gefundenen Holzkohlen und Geweihgeräte mit Hilfe der Radiokarbonmethode eine vergleichsweise präzise absolute Datierung der Förderung des Flints, nämlich den Zeitraum zwischen etwa 3800 und 3000 Jahren v. Chr. Die intensive Ausbeutung der Rohstoffvorkommen fand damit ausgerechnet in einen Zeitraum statt, zu dem im Rheinland und in angrenzenden Gebieten die archäologischen Funde sonst rar sind.
Die Entdeckungen vom Lousberg zeigen, dass die für das vierte vorchristliche Jahrtausend festzustellende Lücke im archäologischen Material wohl nur ein Überlieferungsproblem widerspiegelt. Schließlich wird versucht, zu erklären, warum Funde aus dieser Zeit archäologisch bislang nicht erkennbar waren und wie man sie in Zukunft besser sichtbar machen kann.
174 Seiten; 56 Abb.; gebunden; 67 nummerierte Tafeln, davon eine über zwei Seiten und 1 unnummerierte Tafel; ISBN 978-3-8053-4326-8; in Kommission bei Verlag Philipp von Zabern 2010; € 59,90
Materialien zur Bodendenkmalpflege im Rheinland 21
Die drei Tagebaue des rheinischen Braunkohlenreviers sind das größte zusammenhängende Areal für archäologische Ausgrabungen in Europa. Schon seit 1990 unterstützt die Stiftung zur Förderung der Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier die Bodendenkmalpflege. Ziel ist es, dem vollständigen Verlust des kulturellen Erbes durch den Braunkohlenabbau zumindest durch Erforschung und Dokumentation entgegenzuwirken.
Die langjährigen Forschungen waren Anlass für die Archäologie-Stiftung, unterstützt durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR), zu einer Tagung einzuladen, um den aktuellen Kenntnisstand von der Steinzeit bis in die Neuzeit vorzustellen und zu diskutieren. Die Vorträge dieses Kolloquiums werden im vorliegenden Band in Auswahl vorgestellt.
Überblicksartikel zu den wichtigsten Fundplätzen in den verschiedenen Epochen und ein beispielhafter Schwerpunkt – das Elsbachtal – zeichnen das Bild einer abgehenden Kulturlandschaft, die sich durch die Archäologie und die Naturwissenschaften erschließt.
184 Seiten, 123 Abbildungen
ISBN 978-3-941037-64-9, Verlag Ralf Liebe 2010
€ 24,50
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Carl Dietmar
Eine Veröffentlichung der Stiftung zur Förderung der Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier. Sonderedition zum 20-jährigen Stiftungsjubiläum.
Eine bedeutende Fundregion für alle Epochen der Menschheitsgeschichte ist das rheinische Braunkohlenrevier. Systematisch und mit beinahe kriminalistischem Gespür untersuchen und rekonstruieren Archäologen und Naturwissenschaftler hier die Geschichte verlorener Kulturen und Landschaften, unterstützt durch die „Stiftung zur Förderung der Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier". So tragen die Bodendenkmalpfleger mit ihren Ausgrabungen und Forschungsarbeiten dazu bei, den Verlust des kulturellen Erbes in den Abbaugebieten soweit wie möglich zu minimieren, bevor die Großbagger ihre Arbeit verrichten. Der Historiker und Journalist Carl Dietmar hat die Erkenntnisse archäologischer wie historischer Forschung aufgegriffen, um gleichermaßen spannende wie wissenschaftlich fundierte „Geschichten" zu schreiben – Geschichten, die sich um repräsentative Fundplätze und faszinierende Fundstücke aus den rheinischen Braunkohlenrevieren drehen.
Im Buchhandel erhältlich als:
Carl Dietmar
Schatzkammer rheinisches Braunkohlenrevier.
Geschichten aus der Vergangenheit.
168 Seiten
ISBN 978-3-8053-4246-9, Verlag Philipp von Zabern 2010
€ 29,90
Alle Publikationen auch zu beziehen über:
LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
Endenicher Str. 133
D-53115 Bonn
Tel. +49 (0) 228 / 9834 - 0
E-Mail abr.buchbestellung@lvr.de