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Bonn. 1. Februar 2010. Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland lud zum 6. Mal zu seiner Jahrestagung am 1. und 2. Februar ins LVR-LandesMuseum Bonn – und rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen.
44 Vorträge bot die „Archäologie im Rheinland – Ausgrabungen, Forschungen und Funde 2009" und damit nur einen, wenn auch repräsentativen Ausschnitt aus über 400 Grabungen und rund 50 Forschungsprojekten im Rheinland:
Die Knochenplatte eines 400 Millionen Jahre alten Panzerfisches, der mit einer rekonstruierten Gesamtlänge von drei Metern zu den sicherlich größten Raubtieren im damaligen Meer zählte, brachte selbst die Paläontologen zum Staunen.
Die älteste Wassermühle Mitteleuropas im Indetal vom Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. ließ die Archäologenherzen ebenso höherschlagen wie das ein Jahrtausend lang belegte Gräberfeld von Bergheim-Paffendorf: Von der späten Bronzezeit bis in die Römerzeit (1. Jh. n. Chr.) reichen hier Bestattungen; ein Einzelfall, nicht nur im Rheinland.
Mit der größten Forschungsgrabung in der Colonia Ulpia Traiana und einem Besucherrekord von über 710 000 Menschen kann der LVR-Archäologische Park Xanten/LVR-RömerMuseum Xanten aufwarten. Wieder einmal beeindruckend sind die umfangreichen Ergebnisse aus der U-Bahn-Grabung in Köln, die sich im nunmehr zehnten Jahr auf der Zielgeraden befindet.
Unerwartet entwickelte sich der Fundplatz von Bonn-Bechlinghoven mit rund 50 Hausgrundrissen, darunter Handwerkerhäusern und den hier seltenen fränkischen Langhäusern, zur größten frühmittelalterlichen Siedlung im Rheinland.
Ein bislang von der Lage unbekanntes Klostergebäude aus dem 18. Jahrhundert, später als „Neue Abtei" bezeichnet, brachten die Ausgrabungen im Kloster Heisterbach zutage, die auch 2010 Neues zur Klostergeschichte erwarten lassen. Auch das neuzeitliche Plattbodenschiff aus Düsseldorf-Kaiserswerth, das bei Deicharbeiten zum Vorschein kam, zählte zu den herausragenden archäologischen Funden des Jahres 2009.
Entscheidend auf den Weg gebracht wurden 2009 zwei wichtige Projekte zur Erforschung und In-Wert-Setzung hochrangiger Bodendenkmäler im Rheinland: „Erlebnisraum Römerstraße" und „ArchaeoRegion Nordeifel". Zweifellos werden diese Netzwerkprojekte auf breites Interesse in der Öffentlichkeit stoßen.
Der „Fund des Monats Februar" – präsentiert zur Tagung – zeigt erstmalig hervorragende Neufunde aus einem römischen Gräberfeld in Moers-Schwafheim. Diese Funde und viele mehr werden dann vom 18. März bis zum Jahresende 2010 in der großen Landesausstellung „Fundgeschichten – Archäologie in Nordrhein-Westfalen" im Römisch-Germanischen Museum in Köln zu sehen sein.