Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

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Schwerpunkte und Projekte

Paläolithikum: Die Abbaukanten der Tagebaue bieten seltene Möglichkeiten zum Einblick in die frühe Menschheitsgeschichte. Gezielte Forschungen des Kölner Instituts für Ur- und Frühgeschichte (Prof. Dr. J. Richter, Dr. Th. Uthmeier, Dr. U. Böhner) galten besonders den Hinterlassenschaften aus der Zeit des Neandertalers.

Foto: Abbruchkante in der BraunkohleNeolithische Landschaftsarchäologie: Bereits in den 70er Jahren gab es ein Forschungsprojekt zur Siedlungsarchäologie des Neolithikums auf der Aldenhovener Platte, das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert wurde (Leitung: Prof. Dr. J. Lüning). Auch vonseiten der Außenstelle wurden immer wieder wichtige neolithische Siedlungsgrabungen durchgeführt. Das Projekt zur Landschaftsarchäologie des Neolithikums (L. A. N.), das durch die Stiftung zur Förderung der Archäologie im rheinischen Braunkohlenrevier ermöglicht wurde (Leitung: Prof. Dr. A. Zimmermann, Institut für Ur- und Frühgeschichte Köln), ist jetzt abgeschlossen.

Mittelneolithikum: 1998 fanden im Tagebau Garzweiler bevorzugt die Ausgrabungen der spätmittelneolithischen Bischheimer Kultur (4300 bis 4200 v. Chr.) statt. Die Bischheimer Kultur war bislang im nördlichen Rheinland kaum bekannt. Die Untersuchungen der letzten fünf Jahre haben schon zu besonderen Ergebnissen über den Hausbau, die Silexindustrie und die Keramik geführt.

Vorrömische Metallzeiten: In den letzten Jahren wurden verstärkt Siedlungsgrabungen zur Bronze- und Eisenzeit durchgeführt. Spektakulär war die Entdeckung eines jüngerlatènezeitlichen Flachlandoppidums im Jahre 1977 am Rand des Tagebaus Hambach (Fundstelle Hambach 382). Derzeit fördert die Stiftung Untersuchungen zur bronze- und eisenzeitlichen Besiedlung des Indetals.

Römerzeit: Im Zusammenhang mit den Braunkohlentagebauen kann die römische Agrarlandschaft des 1. bis 4. Jahrhunderts in einmaliger Weise erfasst werden. Die fruchtbare Lößlandschaft wurde durch Einzelgehöfte mit einem Abstand von 1 bis 2 km intensiv genutzt. Im Tagebau Hambach wird die römische Fernstraße Köln-Jülich-Tongern mit ihrem Umfeld untersucht.

Foto: Ausgrabung eines römischen Landhauses

Frankenzeit: In das 5. bis 7. Jahrhundert gehören reiche Grabfunde, die im Zusammenhang mit den Braunkohletagebauen zutage kamen. Bereits nach dem 2. Weltkrieg wurde in der Morkener Pfarrkirche das Grab eines fränkischen Herren aus dem späten 6. Jahrhundert ausgegraben. Weitere fränkische Gräberfelder konnten die Archäologen im Bereich der ehemaligen Ortschaften Königshoven, Belmen, Inden und Altdorf untersuchen.

Dorfarchäologie: Im Zusammenhang mit den Braunkohletagebauen werden ganze Dörfer umgesiedelt. Die rheinische Bodendenkmalpflege erkennt hier ihre Chancen zur Untersuchung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Dorfgenese. Ausgrabungen in Kirchen, Herrensitzen und Dorfkernen bieten neue Erkenntnisse zur rheinischen Geschichte.

Foto: Wasserleitung im ElsbachtalFeuchtbodenprojekt Elsbachtal: In den Jahren 1988 und 1998 konnte eine 1,5 km lange Strecke des Elsbachtales mit seinen mächtigen Auensedimenten zwischen Elfgen und Belmen in intensiver technischer Zusammenarbeit mit dem Braunkohlentagebau systematisch untersucht werden. Das interdisziplinäre Vorhaben hat zu wichtigen Erkenntnissen über die botanischen, zoologischen und geohydrologischen Aspekte von den Metallzeiten bis zum Mittelalter geführt.

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