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Ausgrabungen in der St. Antony-Hütte in Oberhausen-Osterfeld – die „Wiege der Ruhrindustrie
Im Jahre 2008 feiert die St. Antony-Hütte ihren 250jährigen Geburtstag. Für die Wahl des Standortes der Eisenhütte in Oberhausen gab es drei wichtige Gründe: In den Auen von Emscher und Lippe existierten ausreichende Raseneisenerzvorkommen. Außerdem besaß der in unmittelbarer Nähe vorüber fließende Elpenbach genügend Gefälle, um das Wasserrad für das Gebläse des Hochofens betreiben zu können. Und schließlich gab es im Umland großen Waldbestand, den die Köhler zur Herstellung von Holzkohle benötigten.
Am 18. Oktober 1758 wurde der Hochofen erstmalig angeblasen. In der Gießerei wurden Gewichte sowie Gebrauchsgut wie gusseiserne Töpfe und Pfannen hergestellt. Nach einer Interimszeit von sechs Jahren, in der man das Gelände als Papierfabrik nutzte, wurde 1827 der Hüttenbetrieb noch einmal bis 1843 reaktiviert. Danach existierte bis zum 30. April 1877 nur noch die Eisengießerei. Dort produzierte man im Zuge des deutsch-dänischen und des preußisch-österreichischen Krieges in den 1860er Jahren auch Kanonenkugeln. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden alle Gebäude sukzessive abgerissen.

Zum 250jährigen Bestehen der Hütte sollen Teile der Industrieanlage der Bevölkerung wieder zugänglich gemacht werden. Daher führt die Rheinische Bodendenkmalpflege in Kooperation mit dem Rheinischen Industriemuseum (beide Landschaftsverband Rheinland) seit 2006 dort Ausgrabungen durch. Bis heute kamen zahlreiche Gebäudeteile und technische Einbauten der Gießerei und des Kessel- und Maschinenhauses sowie Reste eines Kamins zutage. Außerdem erfolgte die Freilegung von Fundamenten zweier Kupolöfen, in denen Alteisen eingeschmolzen wurde.

Provinzialrömische Archäologie: Die Auswertung der Ausgrabungsergebnisse erfolgt unter bestimmten Fragestellungen: Wie lebten Soldaten und Zivilbevölkerung vor 2000 Jahren am Niederrhein? Wie sahen die Militärlager und Siedlungen aus? Wie ernährten sich die Menschen? Welche Kontakte gab es zur einheimischen Bevölkerung? Wie wurden die Toten bestattet?
Römisches Legionslager Vetera I bei Xanten: Hauptanliegen ist hier die unbeschadete Erhaltung des Bodendenkmals: Bedroht durch intensive landwirtschaftliche Nutzung und oft auftretende Erosionsschäden, u.a. auch durch permanente Raubgräberei, ist geplant, den Bereich in ein archäologisch-kulturlandschaftliches Reservat umzuwandeln. Alternativ zu großflächigen, unbezahlbaren Ausgrabungen bedeutet dies: Begrünung des Geländes, Darstellung der Lagerstrukturen durch denkmalverträgliche Heckenbepflanzung und Anbindung durch einen Wanderweg an den Archäologischen Park Xanten. Informationstafeln an markanten Punkten erklären den interessierten Besuchern die antike Geländenutzung.
